Dass überhaupt zur Debatte steht, ob ein Projekt, welches 270 veraltete Wohnungen durch rund 350 neue ersetzen würde, gebaut werden darf, kann nur in Zürich vorkommen. Ein Bauvorhaben, welches die Zahl der Bewohner auf etwa Tausend verdoppeln würde! An Absurdität wird das dadurch getoppt, dass es sich beim Bauträger um eine gemeinnützige Baugenossenschaft handelt, die meisten Wohnungen zur Kostenmiete abgegeben und zwanzig Prozent subventioniert würden. Wer nicht unter ideologischer Blindheit leidet, muss selbstverständlich ein Ja einlegen.
Geradezu grotesk wird es, wenn dieselben Kreise, welches sich gegen den preisgünstigen Wohnungsbau stark machen, darüber beklagen, dass in der Schweiz immer mehr Wohnraum renditeorientierten Gesellschaften gehört. Ja, wer soll denn bauen, wenn weder Baugenossenschaften noch Immobilienfirmen? Wobei anzumerken ist, dass sich unter den ‚renditeorientierten Gesellschaften‘ viele Pensionskassen befinden, die Ihre und meine Rente erwirtschaften müssen. Das wäre eher schwierig, wenn die Investition keine Rendite abwerfen dürfte.
Bedenkt man, dass die Planung eines Grossprojekts, wie der Ersatzneubau ‚Seebahnhöfe‘, vor 22 Jahren begann, erstaunt es nicht, dass es in der Stadt Zürich beim Wohnungsbau harzt. Man stelle sich aber erst noch vor, dass dieses Projekt nach fast einem Vierteljahrhundert Planung scheitert. Wen wundert es da, dass Private grössere Wohnbauprojekte gar nicht erst an Hand nehmen, sondern professionellen Immobilienfirmen überlassen.
Wer, wie die geschlossene Linke, lautstark über das Wohnungsproblem lamentiert, beziehungsweise dieses übergross überallhin projiziert, sollte das Seinige zur Lösung des Problems beitragen: Bauen, bauen, bauen. Stattdessen tut diese das Gegenteil: Verhindern, verhindern, verhindern.
